Appetitlosigkeit - 5 Tipps bei wenig Hunger

Appetitlosigkeit

Nebenwirkungen

5. August 2020

Appetitlosigkeit - 5 Tipps bei wenig Hunger

„Ich sitze vor dem schönsten Essen und bekomme einfach nichts runter“. Diesen Satz höre ich in meinen Beratungen sehr oft.

Was von der Familie oder Freunden besorgt mit dem Satz „Du musst essen, sonst hast du keine Kraft“ kommentiert wird, ist für viele, vielleicht auch für dich, sehr hart. Vor der Erkrankung funktionierte das Essen doch auch immer gut und war etwas Selbstverständliches.

Doch was kannst du tun, um diesen Zustand zu verbessern? In diesem Blogartikel zeige ich dir, was du schon heute verändern kannst und teile mit dir die 5 besten Tipps aus meinen Beratungen.

1. Viele kleine Mahlzeiten

In den meisten Haushalten gibt es feste Essenszeiten, zu denen die drei Hauptmahlzeiten eingenommen werden. Das funktionierte über die Jahre sehr gut.

Doch neue Situationen erfordern neue Maßnahmen.

Auch du kennst das bestimmt. Wenn du vor einem großen Teller mit einer riesigen Portion sitzt, vergeht dir schon vom Anblick der Appetit.

Das schaffe ich nie!

Daher verteile lieber viele kleine Mahlzeiten über den Tag und iss nach Lust und Laune. Wenn von drei Mahlzeiten bei einer nicht oder nur wenig gegessen werden kann, fällt sehr viel Energie weg.

Wenn aber eine von sechs Mahlzeiten ausgelassen wird, ist das nur ein kleiner Teil der Tagesmenge.

Hier habe ich einen Auszug aus einem Ernährungstagebuch einer Patientin für dich, den ich mit Kommentaren von mit versehen habe. Vielleicht kann er dich inspirieren:

Ernährungstagebuch mit Kommentaren

2. Vorbereitet sein

Mealprep ist gerade in aller Munde. Klingt so neuartig und modern, ist es aber gar nicht. Der Begriff beschreibt etwas, dass selbst unsere Großmutter schon gemacht hat, nämlich das Vorkochen.

Durch Mealprep auf alles vorbereitet sein

Auch du kannst das für dich nutzen. So sparst du Zeit und Kraft und hast an Tagen, an denen es einmal schnell gehen muss immer etwas zu Essen parat.

Zusätzlich kann es hilfreich sein, wenn du stets kleine Snacks zur Hand hast, wie zum Beispiel Müsliriegel, Nüsse oder Süßigkeiten.

Tipp: Snacks & Getränke sichtbar in der Wohnung platzieren & im Vorbeigehen bedienen.

 

Kartoffeln schälen und Pralinen essen haben eins gemeinsam:

Den dabei wohl meist gedachten Satz:

„Na gut, eine noch“

3. Kalorienbomben

Wie Du auch im Ernährungstagebuch sehen kannst, wurde viel Energie über kleine Portionen & Getränke aufgenommen. Der Vorteil an kalorienreichen Getränken: Sie sättigen nicht so stark, wie eine Mahlzeit.

Liste kalorienreicher Getränke:

  • Cola
  •  Malzbier
  • Alkoholfreies Bier (0,0%)
  • Obst- oder Gemüsesäfte
  • Kakao/ Milchshake

Im Ernährungstagebuch wurde auch durch den Austausch der Fettgehaltsstufen bei Milch- & Milchprodukten viel zusätzliche Energie aufgenommen.

Beispielsweise wurde zum Mittagessen statt einem Becher Fruchtjoghurt mit 1,5% Fett, einen Becher griechischen Joghurt mit 10% gegessen. Die Menge war also die gleiche, nur die Kalorien veränderten sich. Statt 70 kcal konnten nun 200 kcal aufgenommen werden.  

Noch mehr Tipps zur Ernährung mit vielen Kalorien erhältst du im Blogartikel zur ungewollten Gewichtsabnahme.

Genauso wie in dem Auszug aus dem Ernährungstagebuch, kannst auch du dir für ein paar Tage notieren, was du gegessen hast, was gut geklappt hat und was weniger.

Experimentiere mit unterschiedlichen Geschmäckern & Konsistenzen und finde für dich individuell heraus, was dir gut tut.

4. Ablenkung

Bei der Auswertung des Protokolls ist uns etwas aufgefallen, was dir vielleicht auch helfen kann.

Zwischendurch gab es bei immer wieder Mahlzeiten, zu denen deutlich mehr gegessen werden konnte als bei anderen. Doch was war der Grund? Ablenkung!

Wurde gemeinsam mit der Familie in einem Restaurant zu Abend gegessen oder mit Freunden gefrühstückt, hat sich die Person wohl gefühlt und kaum auf das Essen konzentriert.

Mit dieser Erkenntnis hat sie in den nächsten Wochen versucht weitere Ablenkungen und optimale Bedingungen für das Essen zu finden.

So hat sie sich ihre Lieblingsserie online beim Essen angeschaut oder nebenbei die Tageszeitung durchgeblättert.

Samstags hat sie sich frische Blumen gekauft und den Tisch schön gedeckt. Das hat ihr ebenfalls geholfen, sich wohler zu fühlen.

Wo die Liebe den Tisch deckt, schmeckt das Essen am besten!

Merke: Abneigungen gegenüber bestimmten Speisen oder Lebensmitteln sind keine Seltenheit. Es geht vielen genauso wie dir. Setz dich nicht zu sehr unter Druck und lasse dich nicht zum Essen zwingen. Probiere lieber immer wieder kleine Happen aus.  

5. Beschwerden lindern

Hinzu kommt, dass eine Krebserkrankung eine psychische Belastung mit viel Stress darstellt.

Die Medikamente & Therapien haben unterschiedliche Nebenwirkungen, die auch zu weniger Hunger führen können. Der Geschmack kann verändert sein, wodurch das Essen nach nichts, metallisch oder pappig schmeckt.

Auch andere Nebenwirkungen wie Durchfälle oder Schmerzen können den Appetit verderben. In diesem Fall kannst du mit Deinem behandelnden Arzt sprechen und er kann dich dahingehend beraten.

Hier auf dem Blog findest du Empfehlungen zu den Nebenwirkungen der Krebstherapie. Kau- & Schluckbeschwerden, Durchfälle oder Verstopfung aber auch Übelkeit und Erbrechen.

Fazit

Wie du siehst, gibt es leider nicht die eine Lösung, die für jeden passt. Daher habe ich dir einige Ideen mitgegeben, die vielen meiner Patienten helfen, trotz weniger Appetit mehr essen zu können. Probier daher also aus, welche Empfehlungen für dich hilfreich sind.

  1. Viele kleine Mahlzeiten
  2. Vorbereitet sein
  3. Kalorienbomben
  4. Ablenkung schaffen
  5. Beschwerden lindern

Wie geht es dir mit dem Essen? Haben dir die Tipps geholfen? Schicke mir gerne hier https://www.vanessa-thill.de/kontakt eine Nachricht!

Oder schau auf Facebook & Instagram vorbei! Dort nehme ich dich mit in meinen Alltag als Ernährungsberaterin - mit vielen wichtigen Informationen & Rezepten zum Thema Ernährung bei Krebs.

Deine Vanessa

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